Vivere in Italia - Leben in Italien

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Schnee in Rimini

Am Morgen schneit es leicht. In Imola treffe ich mich mit meinem Kollegen und steige in sein Auto um. Auf dem Weg nach Ravenna nimmt das Schneetreiben zu, die Straßen werden immer weißer. Schneepflüge müssen wir uns allerdings erträumen – zu sehen sind nämlich keine.
An einer Kreuzung geschieht es dann: Beim Bremsen kommen wir ins Rutschen und rammen ein vorbeifahrendes Auto. Ein wenig Blechschaden am Opel, ein paar Kratzer an unserem Audi, sonst nix. Protokoll aufnehmen, und fertig.

Es schneit weiter und immer kräftiger. Langsam machen wir uns auf den Weg Richtung Cervia und Rimini. Auf den Straßen geht immer noch fast nix. Nur die Schneedecke wird immer dicker. 30 cm Schnee in Italien! In der Poebene!! In Rimini!!! Am Meer!!!! Ich traue meinen Augen kaum. Auch auf Grund der Tatsache, dass es einfach keine Räumfahrzeuge gibt! Einen einzigen Schneepflug haben wir den ganzen Tag gesehen!
Die Wetterbedingungen werden so widrig, dass Einkaufszentren und andere Geschäfte schon am frühen Nachmittag schließen, Schneeketten sind quasi ausverkauft. 

Da Nachmittags wirklich nichts mehr geht, beschließen wir, uns auf den Rückweg nach Bologna zu machen. Um 16.15 fahren wir in Riccione auf die Autobahnauf. Es sind knapp 100 km nach Bologna, unter normalen Bedingungen rund eine Stunde. Nach einer Stunde sind wir aber erst knapp 10 km gefahren! Nach 3 Stunden 21 km. Den Rest der Strecke schaffen wir dann in 1,5 Stunden. 4,5 Stunden für 100 km – nicht schlecht!
Die Autobahn ist fast komplett dicht, aber wir wissen nicht warum. Unfall? Sperrung? Oder Kontrolle, ob Schneeketten an Bord sind? Keiner weiß es, keiner sagt uns was.

In Italien gibt es Isoradio 103,3, ein Sender, der eigentlich nur Verkehrsnachrichten bringt. Dort wird ausführlich über das Schnee- und Verkehrschaos berichtet, nur wenn man über die A14 (auf welcher wir uns befinden) berichtet, wird man seltsam ungenau. „Es schneit zwischen Bologna und Rimini“ (was nach einer Stunde nicht mehr stimmt, aber weiterhin gemeldet wird), „Staus in Richtung Süden“ (der Stillstand in Richtung Norden, in welchem wir uns befinden, wird nicht erwähnt) usw. usf. Am besten ist der Vertreter der Staatspolizei, welcher schlichtweg behauptet, es würde kaum Staus und keinen Stillstand auf der Autobahn geben. Es wäre Alles unter Kontrolle. Wir schauen uns nur groß an, lachen und schimpfen über den Polizisten, der offensichtlich keine Ahnung hatte, wovon er spricht. Er wird auch nur eine Viertelstunde später vom Chef der Autobahngesellschaft sehr dezent als Pappnase hingestellt, allerdings will auch dieser Herr keine genauen Aussagen über den Zustand auf der A14 machen. Alle, aber, raten davon ab, sich Richtung Rimini/Ancona (also nach Süden) auf die Reise zu begeben. Mehrere Auffahrten sind in dieser Richtung sogar gesperrt, „wegen Schnee“.


Die Wahrheit ist eine andere, wie wir später feststellen: Zwischen Faenza und Cesena ist die Autobahn komplett dicht. Über 20 km hinweg stauen sich LKWs und Autos! Es ist einfach kein Platz mehr für andere da, deswegen sind die Auffahrten gesperrt! Es schneit nämlich schon längst nicht mehr.
Ach ja, offizieller Grund für die Staus sind „Räumfahrzeuge, die natürlich nur 30 km/h schnell fahren und daher für Staus sorgen.“ Komisch, auf unserer Seite sind keine unterwegs. Die würden wir ja sehen. Und Schnee dürfte dann auch keiner mehr auf der Fahrbahn liegen dürfen.