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Fumetti - (Italienische) Comics

Dylan Dog

Julia

Ken Parker

Martin Mystère

Nathan Never

Tex

DYLAN DOG

Ich wäre vermutlich nie auf die Idee gekommen, mir ein italienisches Comic zu kaufen, wenn mir nicht Dylan Dog im Italienischunterricht an der Sapienza vorgestellt worden wäre. Und es klang versprechend: Ein "Indagatore dell'Incubo", ein Detektiv des Alptraums also, der in London wohnt (Craven Road 7), einen Klon Groucho Marx' (der sich auch Groucho nennt) als Assistenten hat, ein altes VW Käfer Cabrio mit dem Kennzeichen DYD 666 fährt, immer roten Hemden trägt und sich in jedem Album neu verliebt. Ach ja, fast hätte ich's vergessen: Und natürlich die haarsträubendsten Abenteuer bei seinen außergewöhnlichen Ermittlungen erlebt.

Ursprünglich war Dylan Dog dem Horror- bzw. Splattergenre zuzuordnen, mit dem für die 80er-Jahre notwendigen Spritzer Sex (auch der Leser soll ja was davon haben, dass sich der Held jedes Mal neu verliebt - meist in seine Klientinnen). Über die Jahre bzw. mittlerweile Jahrzehnte hinweg (die Serie wurde im Oktober 2006 20 Jahre alt) hat sich das Spektrum erweitert, die treuen Leser haben mittlerweile mehrfach den Tod und den Teufel, aber auch Geister, Drachen, Elfe, Freaks, Außerirdische, Untote und ganz normale Sterbliche und (Serien-)Mörder kennengelernt. Vom unalltäglichen ging man also langsam zum alltäglichen Horror über, der sich hinter jeder Ecke unseres Lebens verstecken kann.

Manche Charaktere tauchen in mehreren Geschichten auf, aber die meisten trifft man nur einmal. Auch, weil viele von Ihnen als Tote enden. Konstant begleiten Dylan Dog dagegen nur sein Assistent Groucho (welcher einen Kalauer nach dem anderen vom Leder lässt und damit die Nerven aller Anwesenden auf eine harte Probe stellt); und auch der Inspektor Bloch von Scotland Yard, einst Dylans Chef und heute sein Freund und Mentor taucht in den meisten der Geschichten auf.

Als braver Detektiv, der aber nur dem Unerklärlichen nachspürt, hat Dylan Dog so seine Not, Kunden zu finden. Diese kommen manchmal zu ihm, manchmal hilft er aber auch Bloch aus der Patsche, wenn der in einem abstrusen Fall nicht mehr weiter weiß und Dylan an übersinnliche Erklärungen glaubt. Wobei Dylan Dog eigentlich gar nicht an eine Welt jenseits von unserer glaubt, aber keine noch so abenteuerlich klingende Lösung für einen unerklärlichen Fall von vornherein ausschließen möchte.

Dylan Dog wurde von Tiziano Sclavi geschaffen, welcher auch viele der Geschichten selbst geschrieben hat. Zeichnerisch wurde Dylan dem amerikanischen Schauspieler Rupert Everett nachempfunden. Die Geschichten werden von wechselnden Autoren und Zeichnern verfasst. Nach langer Abstinenz ist Tiziano Sclavi - zur Freude seiner Fans - mittlerweile wieder stärker in die Serie eingebunden und hat in letzter Zeit auch wieder einige Geschichten selbst verfasst.

In Italien sind mittlerweile über 250 reguläre Alben von Dylan Dog erschienen, plus die Neuauflagen, Sonderdrucke und außerhalb der Serie veröffentlichte Geschichten. In Deutschland sind bisher rund 50 Alben erschienen, zuerst bei Carlsen Comics, ab Nr. 21 dann bei Schwarzer Klecks (siehe Link). Allerdings kann ich absolut nicht verstehen, warum die italienische Nr. 1 in Deutschland nicht als Nr. 1 erschienen ist, sondern die lang nicht so spektakuläre Geschichte "Schatten" (im Original "Ombre") - wie mich überhaupt interessieren würde, nach welchen Kriterien das Erscheinen der deutschen Ausgaben festgelegt wird.

Zur Übersicht der bisher erschienenen Alben.

Links:
Dylan Dog bei Sergio Bonelli Editore (it.)
Dylan Dog bei Schwarzer Klecks (dt.)

- Die deutschsprachigen Ausgaben von Dylan Dog gibt es übrigens auch bei Amazon -